Website-Relaunch planen: Ein Blick hinter die Kulissen

Ein Website-Relaunch ist ein spannendes Projekt – für Unternehmen, aber auch für uns als Agentur. Viele glauben am Anfang, es gehe vor allem um ein frisches Design.

Ein paar neue Farben, größere Bilder, modernere Schriftarten, fertig. Doch wer einmal mitten in einem Relaunch-Prozess steckt, merkt schnell: Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Der eigentliche Wert liegt tiefer. Ein Relaunch betrifft Technik, Inhalte, Nutzerführung, SEO – und vor allem die Frage, wie das Unternehmen digital auftreten möchte.

Ich möchte aus Agentursicht erklären, wie ein Website Relaunch abläuft, welche Phasen wichtig sind und welche typischen Fehler wir in der Praxis immer wieder erleben.


Ziele definieren statt nur schöner machen

Bevor ein Designer überhaupt das erste Layout entwirft, geht es um die Ziele. Das ist der wichtigste Schritt. Soll die neue Website Kundenkontakte generieren? Soll sie das Markenbild schärfen? Oder soll sie die Informationsstruktur verbessern, weil das Portfolio gewachsen ist?

Ich erinnere mich an ein Projekt, bei dem der Geschäftsführer zu Beginn sagte: „Wir wollen einfach nur, dass die Seite schöner aussieht.“ Nach zwei Workshops war klar: Eigentlich ging es darum, den Vertrieb zu entlasten, indem Interessenten online schon alle wichtigen Infos finden. Das ist ein ganz anderes Ziel – und es verändert alles, von der Navigation bis zu den Call-to-Actions.


Die ehrliche Bestandsaufnahme

Ein Relaunch startet immer mit einem Blick auf die bestehende Website. Und da sind wir ehrlich: Oft zeigt sich ein bunter Mix aus überholten Inhalten, technischen Altlasten und einer Navigation, die über die Jahre immer wieder ergänzt wurde. Kein Wunder, dass Nutzer irgendwann den Überblick verlieren.

Wir schauen uns also an, welche Seiten überhaupt besucht werden, welche Ladezeiten die aktuelle Seite hat und wie die Rankings bei Google aussehen. Dabei wird schnell klar, wo Potenzial liegt. Manche Inhalte sind hervorragend, aber schlecht auffindbar. Andere sind überflüssig oder sogar kontraproduktiv. Diese Analyse spart später Zeit und Geld, weil wir wissen, worauf wir aufbauen können und was neu gemacht werden muss.


Konzeptphase: Wo die Weichen gestellt werden

Wenn die Analyse steht, beginnt die spannendste Phase: das Konzept. Hier reden wir über Informationsarchitektur, also darüber, wie Inhalte geordnet und wie Besucher durch die Seite geführt werden. Für mich ist das der Moment, in dem sich entscheidet, ob ein Relaunch wirklich erfolgreich wird.

Viele unterschätzen diese Phase. Sie wollen schnell das neue Design sehen. Aber ohne klare Struktur nützt auch das schönste Layout nichts. Wir fragen uns: Was will der Nutzer als Erstes wissen? Welche Fragen tauchen im Kaufprozess auf? Und an welcher Stelle sollte man ihm die Möglichkeit geben, Kontakt aufzunehmen?

Ein Beispiel: Bei einem B2B-Kunden haben wir gemerkt, dass Interessenten oft technische Details suchten, bevor sie überhaupt über Preise reden wollten. Die alte Seite hatte diese Informationen irgendwo im Untermenü versteckt. Im Relaunch haben wir diese Inhalte prominent platziert und die Conversion-Rate stieg deutlich.


Umsetzung: Technik und Inhalte gleichzeitig entwickeln

Wenn das Konzept steht, folgt die Umsetzung. Das passende Content-Management-System wird eingerichtet, das responsive Design umgesetzt und die Inhalte überarbeitet. Genau hier zeigt sich oft eine Herausforderung: Content ist deutlich aufwendiger, als viele denken. Texte, Bilder und Videos müssen nicht nur erstellt, sondern auch abgestimmt und suchmaschinenoptimiert werden.

Deshalb legen wir großen Wert darauf, Inhalte frühzeitig einzuplanen und parallel zur technischen Entwicklung zu erarbeiten. So vermeiden wir Engpässe kurz vor dem Launch und stellen sicher, dass Design und Content Hand in Hand laufen.


Generalprobe vor dem Go-Live

Bevor eine neue Website online geht, wird getestet. Auf allen Endgeräten, in verschiedenen Browsern und mit echtem Nutzerverhalten. Wir prüfen Ladezeiten, Formulare, Tracking und vor allem die Weiterleitungen, damit Rankings erhalten bleiben.

Dieser letzte Schritt wirkt auf Außenstehende manchmal wie eine Fleißaufgabe, ist aber entscheidend. Nichts kostet schneller Vertrauen als eine Website, die am ersten Tag nicht rundläuft. Ein sauberer Start ist die beste Grundlage für langfristigen Erfolg.


Der Relaunch als Anfang, nicht als Ende

Mit dem Livegang ist ein Projekt offiziell abgeschlossen, aber in Wahrheit beginnt die eigentliche Arbeit erst danach. Nutzerverhalten verändert sich, Suchmaschinen passen ihre Algorithmen an, neue Inhalte werden notwendig. Eine Website, die nach dem Relaunch einfach zwei Jahre unverändert bleibt, verliert schnell an Relevanz.

Erfolgreiche Unternehmen verstehen ihre Website als lebendiges Projekt. Sie analysieren regelmäßig, erweitern Inhalte und optimieren Details. Auf diese Weise bleibt die digitale Präsenz aktuell und unterstützt dauerhaft die Unternehmensziele.


Typische Stolperfallen aus der Praxis

Damit ein Relaunch nicht ins Stocken gerät, lohnt ein Blick auf die häufigsten Probleme.

  • Unklare Zielsetzung führt zu endlosen Diskussionen.
  • Fehlende SEO-Planung kann Rankings kosten.
  • Zu spät geplanter Content bremst den Prozess.
  • Interne Ressourcen werden oft überschätzt.

Wer diese Punkte von Anfang an berücksichtigt, vermeidet unnötige Verzögerungen und spart Kosten.


Fazit: Mehr als nur ein neues Design

Ein Website-Relaunch ist kein Schönheitsprojekt, sondern eine strategische Chance. Er zwingt Unternehmen dazu, die eigenen Ziele zu schärfen und den digitalen Auftritt konsequent daran auszurichten. Mit einem strukturierten Ablauf, klaren Prioritäten und professioneller Begleitung entsteht keine neue Website, sondern ein wirksames Werkzeug für Markenstärkung, Sichtbarkeit und Geschäftserfolg.

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